Drohnen werden zur Rassenbestimmung untersucht

DNA-Fingerprinting

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DNA-Fingerprinting— (Zell)-Kern-DNA + mtDNA der Honigbiene

Beim DNA-Fingerprinting (oft auch unkorrekt als DNA-Analyse bezeichnet) handelt es sich um eine molekularbiologische Methode zum Nachweis von spezifischen unveränderbaren individuellen DNA-Mustern  .

Diese Methode ermöglicht es, untersuchtes Zellmaterial mit einer bestimmten statistischen Wahrscheinlichkeit einem bestimmten Individuum zuzuordnen. 

Die erblichen Unterschiede zwischen Bienenrassen und Bienenarten können frei von Umwelteinflüssen bei den Erbanlagen analysiert werden, innerhalb der Körperzellen auf der Ebene der Moleküle. Träger des genetischen Materials, der Erbanlagen ist die DNA (Deoxyribonucleic acid) oder DNS (Desoxynukleinsäure).

Die DNA ist vorwiegend im Zellkern (nukleäre DNA) und dort in den Chromosomen lokalisiert.

 

Ein gewisser Teil davon befindet sich in kleinen Zellkörpern, außerhalb des Kerns, den Mitochondrien. Diese mitochondriale DNA, in der Kurzform mtDNA bezeichnet, hat in der Bienengenetik  besondere Bedeutung erlangt. Der besondere Vorteil der mtDNA für die Forschung liegt in der geringen Länge des DNA-Stranges, zu einem ringförmigen Chromosom zusammengefasst; ferner dass Mitochondrien im Zellplasma liegen und deshalb nur im Ei der Königin zu finden sind, nicht aber in der plasmafreien Samenzelle des Drohns

Die mitochondriale DNA (mtDNA) der Honigbiene liegt als ringförmig geschlossense Molekül von ca. 17.000 Basenpaaren vor und wird nur  durch die Mutter vererbt (Königin) und nicht durch die väterliche Linie, die Drohnen.

Es gibt keine Rassen-Hybriden und man kann deshalb die Herkunft einer  Bienenpopulation über lange Zeiträume zurückverfolgen.

D.R. SMITH, Diversity in the genus Apis (Westview Press, Oxford 1991)

DNA-Fingerprinting— genetische Analyse der weiblichen Nachkommen einer Königin indem man die Allelfrequenzen mit selektionsneutralen mtDNA-Markern in einer Hybridpopulation simuliert.

Mit der Analysemethode der mtDNA-Analyse kann die Vermischung verschiedener Bienenrassen nicht nachgewiesen werden, aber die Abstammung mütterlicherseits über viele Generationen.

Die Mitochondrien sind die Energiestationen der Zellen. Nur die Eizellen der Königin können diese Erbinformation mtDNA weitergeben, die Spermien der Drohnen nur genomische Kern-DNA. So lässt sich zuverlässig in den Nachfolgegenerationen einer Königin ermitteln, ob die Urzuchtmutter eine Mellifera, eine Carnica oder eine Ligustica war. Alle drei Bienenrassen haben eine unterscheidbare Ausprägung der mtDNA.

In den 1990er Jahren hat Bo Vest Pedersen von der Uni Kopenhagen mittels mtDNA-Analyse nachgewiesen, dass die Mutterlinien von Bienenständen in der Schweiz, in England und Schottland ununterbrochen melliferatypisch sind. Es ist also seit der Einfuhr fremder Bienenrassen um 1860 und der Anpaarung fremder Bienenrassen väterlicherseits an die einheimische Mellifera mütterlicherseits durch unsichere Belegstellen usw. die einheimische Mellifera als Urzuchtmutter in direkter Linie nach über 100 Jahren immer noch nachweisbar.

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Der berühmte Carnicazüchter Hubert Hinderhofer aus Baden-Württemberg hat als Kursleiter des LV-Württ. Imker bei Körkursen an der Landesanstalt für Bienenkunde der  Universität Hohenheim immer wieder erzählt, dass der Ursprung seiner Carnicalinie-Hinderhofer eine Nigrakönigin war, der er durch Anpaarung mit Carnicadrohnen das Aussehen einer Carnica gegeben hat.

Durch eine mtDNA-Analyse müsste aber auch nach über 20 Carnica-Anpaarungen der Nachweis zu erbringen sein, dass die Ursprungszuchtmutter seiner Carnicalinie eine NIGRA/Mellifera war.

Die von ihm gezeichneten Bienenrassenbilder der NIGRA/Mellifera und Carnica sind heute Bestandteil der Merkmalsbeurteilung des D.I.B.s zur Unterscheidung der Bienenrassen und in das Flügelindexprogramm von G. Pexa integriert.

DNA-Analyse: Bo Vest Pedersen, Aarhus Dk

Mitochondriale DNA (mtDNA) wird nur durch die weibliche Seite (Königinnen) vererbt.

Sie ist nicht im Zellkern enthalten und nimmt deshalb nicht an der sexuellen Reproduktion teil.

Sie verändert sich nur sehr langsam und nur durch Mutationen.

Mit ihr kann die mütterliche Abstammung nachgewiesen werden.

Die Eigenschaften der mtDNA machen sie für den Genetiker zu einem wichtigen genetischen

Diagnostikum: Der Vererbungsmodus ist, anders als beim Kerngenom, auch bei der Honigbiene

rein maternal und es tritt keine Rekombination auf, d.h. das mtGenom vererbt sich einheitlich

und bei Kreuzungen zeigen die Hybriden stets das mütterliche  Genom.

LITERATUR

M ORITZ  R.F.A.,  H AWKINS  C.G.,  C ROZIER  R.H.,  M AC K INLAY  A.G.,  1986.

 A Mitochondrial  DNA polymorphism in  honeybccs (Apis  mellifera  L.).  Experientia,  42,  322-324.

M ORITZ  R.F.A.  und  H AWKINS  C.F.,  1985.  - Darstellung  der mitochondrialen  DNA der  Honigbiene

(Apis mellifera  L.).  Apidologie,  16 (3),  223-225.

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